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Jugendkirche Rostock

Musikprojekt Rock/Pop/Jazz in Dreilützow

Auf ins Ungewisse – das war mein Motto, als ich vor wenigen Tagen das erste Mal zum Musikprojekt der Jugendkirche Rostock aufbrach. Ich wusste nicht, wie ich aufgenommen werden würde. Doch meine Sorgen waren unbegründet. Vom ersten Moment an sprachen und lachten wir viel miteinander; egal woher, welches Alter, welches Instrument.

Das Pfarrhaus in Kirchkogel, das seit vielen Jahren Anlaufstelle des musikalischen Geschehens war, konnte leider in Zeiten von Corona nicht öffnen. Deshalb ackerte sich Andreas Braun, Leiter der Jugendkirche, mit viel Ausdauer durch die unzähligen Auflagen, die sich alle zwei Wochen änderten und neue Überlegungen forderten. Er verlor nie die Hoffnung und fand nach langer Suche das Schullandheim im Schloss Dreilützow, das uns vom 17.-25.7. gerne willkommen hieß.

Da wir aufgrund der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen für die Dauer des Musikprojektes als eine feste Bezugsgruppe galten, konnten wir innerhalb unserer Gruppe von der Abstandsregelung abweichen. So konnten wir auch gemeinsam singen und am Lagerfeuer sitzen.

Unser Tag begann mit einer morgendlichen Geschichte und einem Lied vor dem Frühstück. Dann ging es in die Turnhalle des Schullandheims. Dort musizierten wir dreimal täglich mit unseren sehr unterschiedlichen Instrumenten. Vom Schlagzeug über Gitarren und Bläsern bis zur Harfe waren viele Instrumente in unserer Band vertreten. Die Titel, die uns in den neun Tagen begleiteten, kamen aus Filmen, Serien, Musicals oder aus Rock, Pop, Funk und Soul. Mein persönlicher Lieblingssong ist „You’ll be found“ aus dem Musical „Dear Evan Hansen“. Zuerst spielt nur ein Piano Akkorde, anschließend beginnt der Gesang, dann folgt als dritte Stimme ein Cello-Solo. Nach und nach setzen die anderen Instrumente und Gesangsstimmen ein. So gehen die betroffenen, mitfühlenden Emotionen in eine aufmunternde, hoffnungsvolle Stimmung über. Dadurch, dass wir uns Tag und Nacht unter einem Dach befanden, fühlten wir die Musik gemeinsam. Wir teilten unsere Trauer und unsere Freude, ohne etwas sagen zu müssen. Ich verspürte ein Gefühl von Freiheit und Erleichterung, wie auch jetzt, wenn ich an unsere Proben denke.

Unsere Noten schrieben Andreas, Thomas und Fiete Braun sowie Charlotte Lange, indem sie die einzelnen Stimmen aus den Titeln heraushörten, notierten und an uns verteilten. Die vier arbeiteten oft bis spät in die Nacht hinein, um die Noten für unsere vielen Instrumente zu arrangieren.

Während der ersten Tage lernten wir auch zu improvisieren. Erst waren meine Finger verkrampft, als wir eine kleine Melodie passend zum D-Moll Akkord erfinden sollten. Doch je mehr Übung ich bekam, desto sicherer fühlte ich mich. Anderen erging es ähnlich.

Am Montag nahmen wir gemeinsam ein irisches Segenslied sowie das Monatslied „So wie du bist“ für ein Abschieds-Video für alle FSJler auf, die aktuell bei der Diakonie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren.

Zur Generalprobe in der Turnhalle kamen „Ratzplatz“-Teamer, Urlauber sowie einige Freunde und Angehörige. Unser vor allem jugendliches Publikum hob die Stimmung gigantisch!

Bei den Konzerten im Sanitzer Pfarrgarten und in der Rostocker Nikolaikirche hatten wir durch die verordneten Abstandsregeln untereinander Schwierigkeiten, uns gegenseitig zu hören. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht, und die Reaktionen des Publikums waren es uns wert.

Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein und bin besonders Andreas und Thomas Braun, aber auch Fiete und Charlotte dankbar für die Zeit, Mühe und Liebe, die sie in dieses Projekt der Jugendkirche stecken!!!

(Sophia Dupke)